Biografie

Stefan-Peter Greiner, geb. 1966, wuchs in einer musikalischen  Familie auf. Er begann mit dem Violinspiel im Alter von 10 Jahren, kurze Zeit später erwachte sein Interesse für den Geigenbau. Sein erstes Instrument baute er mit 14.

Die Musik mit dem Handwerk zu verbinden wurde rasch zum Berufswunsch, nach der Schule began er eine Ausbildung zum Geigenbauer in Bonn. Bereits während seiner Ausbildungszeit erforschte er die akustischen Grundlagen des Geigenklangs, und ließ diese Erkentnisse in seinen Geigenbau einfließen.

Nachdem Peter Greiner seine Meisterprüfung abgelegt hat, studierte er Musikwissenschaft, Kunstgeschichte und Phonetik an der Universität zu Köln. Im Verlauf seines Studiums lernte er den Physiker Dr. Heinrich Dünnwald kennen, mit dem er zwischen 1995 und 2010 mehrere Forschungsprojekte rund um die Geige durchführte.

Sie haben über die Jahre mehr als 1000 Geigen akustisch vermessen und ausgewertet. Außerdem führten sie die erste Computertomographie an einer Stradivari durch und analysierten die chemischen Bestandteile des Cremoneser Lacks.

Diese Zusammenarbeit ist von großer Bedeutung für den eher wissenschaftlich geprägten Ansatz in Greiners Geigenbau. Nach wie vor hat die Wissenschaft eine große Bedeutung für seine Arbeit, er bedient sich moderner Hilfsmittel wie Klanganalyse von Streichinstrumenten, Dendrochronologie des Fichtenholzes, Erfassung von Daten mit Hilfe von Computertomographie und 3-D Scanning, sowie UV-Laser- und Infrarot-Spektroskopie zur Analyse von Lacken.

Er hat einige Artikel und Bücher geschrieben, seine letzte Veröffentlichung Stradivari Varnish, geschrieben zusammen mit der Restauratorin Brigitte Brandmair, ist 2010 erschienen.

Greiners Ideen im Geigenbau sind tief verwurzelt in der Liebe zur Musik, die in der Zielsetzung, dass seine Instrumente wie eine menschliche Stimme klingen sollen, Ausdruck findet. Die  Zusammenführung von Wissenschaft und Kunst sowie Disziplin und Empfindung macht es ihm möglich, mit seiner Arbeit einzigartige Ergebnisse zu erzielen.

Er verfolgt in seiner Arbeit die Ideen der Synästhesie und versucht, den Klang und die äußere Gestalt des Instruments in eine Beziehung zu setzen. Er vertritt die Ansicht, daß das bloße Kopieren alter Meisterinstrumente nicht als eine eigenständige künstlerische Tätigkeit angesehen werden kann. Nur solche Instrumente sind Werke im künstlerischen Sinn, welche vom individuellen Charakter und Ausdruckswillen ihres Erbauers geprägt sind.

Seine Instrumente fanden Beachtung und internationale Anerkennung durch eine steigende Zahl von bekannten Musikern, die sich für Greiner-Instrumente entschieden haben. Darunter befinden sich Solisten wie Christian Tetzlaff, Franz Helmerson, Antje Weidhaas, Leonidas Kavakos, Kim Kashkashian, Feng Ning, Hyeyoon Park, Angelo Xiang Yu und Isang Enders, sowie Mitglieder des Alban Berg, Hagen, Kuss, Casals, Keller und Parker Quartetts.

Mehr als 180 CDs wurden mit seinen Instrumenten aufgenommen.

Seine erste Werkstatt eröffnete Greiner 1995 in Bonn,

2013 verlegte er seine Werkstatt nach London, wo er mit mehreren renommierten Geigenhändlern, Experten und Auktionshäusern zusammengearbeitet hat.

Nach einem Zwischenaufenthalt in Tel Aviv lebt er seit 2020 mit seiner Familie in Zürich.

 

scroll down